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Weiterbildung braucht Menschen, die den Wandel begleiten

Auftaktveranstaltung markiert nächsten Meilenstein des Projekts „Weiterbildungsmentoring Emsland-Grafschaft Bentheim“

Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Fachkräftemangel, demografischer Wandel und die ökologische Transformation verändern die Arbeitswelt grundlegend. Berufsbilder entwickeln sich weiter, Kompetenzanforderungen steigen und Unternehmen stehen zunehmend vor der Aufgabe, ihre Beschäftigten kontinuierlich weiterzuqualifizieren. Gerade kleine und mittlere Betriebe verfügen jedoch häufig nicht über eigene Strukturen, um Personalentwicklung und Weiterbildung systematisch zu organisieren.


Genau hier setzt das Projekt „Weiterbildungsmentoring Emsland–Grafschaft Bentheim“ (WBMELGB) an. Nachdem das Projekt bereits zu Beginn des Jahres gestartet ist und in den vergangenen Monaten erste Kontakte zu Unternehmen und regionalen Akteuren geknüpft wurden, fand nun beim Campus Handwerk die offizielle Auftaktveranstaltung statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Handwerk, Wirtschaft, Arbeitsverwaltung sowie weiterer regionaler Institutionen nutzten die Gelegenheit, sich über Ziele, Arbeitsweise und die bisherigen Erkenntnisse des Projekts zu informieren.
 

„Weiterbildung entscheidet zunehmend darüber, wie wettbewerbsfähig Unternehmen künftig bleiben“,

betonte der kaufmännische Leiter des Campus Handwerk, Markus Lohle, in seiner Begrüßung. 

„Gerade kleine und mittlere Betriebe verfügen häufig nicht über die personellen Ressourcen, um Qualifizierungsbedarfe systematisch zu erkennen und Weiterbildungsprozesse dauerhaft zu begleiten. Mit dem Weiterbildungsmentoring schaffen wir hierfür eine praxisnahe Unterstützung direkt in der Region.“

Im Mittelpunkt des Projekts stehen die beiden Weiterbildungsmentoren Georg Overhoff und Thomas Kocks. Sie begleiten Betriebe und Beschäftigte gleichermaßen – von der ersten Bedarfsermittlung über die Auswahl geeigneter Qualifizierungsangebote bis hin zur erfolgreichen Umsetzung im Arbeitsalltag. Ziel ist es insbesondere, Beschäftigte zu erreichen, die bislang nur selten an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen, und Unternehmen beim Aufbau einer nachhaltigen Weiterbildungskultur zu unterstützen.
Bereits seit dem offiziellen Projektstart um den Jahreswechsel sind Overhoff und Kocks in der Region unterwegs, um Kontakte zu Unternehmen, Institutionen und weiteren relevanten Akteuren aufzubauen. In zahlreichen Gesprächen wurden erste Bedarfe identifiziert, bestehende Netzwerke eingebunden und gemeinsame Ansatzpunkte für eine stärkere Weiterbildungskultur entwickelt. Die Auftaktveranstaltung markierte nun den offiziellen Startschuss für die breite Öffentlichkeitsarbeit und den weiteren Ausbau des Projektnetzwerks.


Wie praxisnah die bisherigen Gespräche bereits verlaufen sind, zeigte sich anhand erster Projektideen. So entstand beispielsweise der Ansatz, betriebsübergreifende Sprachkurse für Mitarbeitende mehrerer Unternehmen zu organisieren. Gemeinsame Angebote können Qualifizierungen wirtschaftlicher machen, Synergien schaffen und gleichzeitig mehr Beschäftigten den Zugang zu Weiterbildung ermöglichen. Solche Beispiele verdeutlichen den Netzwerkgedanken, der dem Weiterbildungsmentoring zugrunde liegt.
Passend dazu waren auch Vertreterinnen und Vertreter der Agentur für Arbeit sowie der Jobcenter bei der Auftaktveranstaltung vertreten. Sie zählen zu den wichtigen Partnern des Projekts und bringen ihre Erfahrungen insbesondere bei der Identifizierung von Qualifizierungsbedarfen sowie bei der Nutzung bestehender Fördermöglichkeiten ein.

 

„Unsere bisherigen Gespräche haben gezeigt, dass die Bereitschaft zur Weiterbildung in den Unternehmen groß ist. Oft fehlt jedoch jemand, der unterschiedliche Akteure zusammenbringt, Orientierung gibt und den gesamten Prozess begleitet. Genau diese Rolle möchten wir übernehmen und gemeinsam mit den Betrieben passgenaue Lösungen entwickeln.“ - erläuterten Georg Overhoff und Thomas Kocks


Das Projekt wird vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Im Mittelpunkt steht der Aufbau einer nachhaltigen regionalen Weiterbildungsstruktur. Neben der Qualifizierung von insgesamt 30 betrieblichen Weiterbildungsmentorinnen und Weiterbildungsmentoren sollen auch überbetriebliche Mentorinnen und Mentoren Unternehmen unterstützen, die selbst keine entsprechenden personellen Ressourcen vorhalten können.


Im Zentrum steht dabei nicht allein die Qualifizierung einzelner Beschäftigter. Vielmehr soll in der Region eine nachhaltige Struktur entstehen, die Weiterbildung als selbstverständlichen Bestandteil betrieblicher Entwicklung etabliert und Unternehmen langfristig bei den Herausforderungen des Wandels begleitet.
Die Auftaktveranstaltung machte bereits deutlich, welches Potenzial in diesem Ansatz steckt. Nicht einzelne Seminare oder Schulungen stehen im Mittelpunkt, sondern eine neue Kultur des Lernens – getragen von Unternehmen, Beschäftigten und starken regionalen Netzwerken. Mit dem Weiterbildungsmentoring soll Weiterbildung dort ankommen, wo sie ihre größte Wirkung entfaltet: direkt im betrieblichen Alltag.


Gefördert als Projekt zur Qualifizierung und Etablierung von Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren (WBM) vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und wissenschaftlich-administrativ begleitet vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).


Bildmaterial: beiliegendes Bildmaterial kann im Rahmen der redaktionellen Berichterstattung gerne honorarfrei genutzt werden (Foto: Campus Handwerk SWN GmbH)