Das Berufsorientierungsprogramm des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) verfolgt das Ziel, Jugendlichen frühzeitig Orientierung für ihren weiteren beruflichen Weg zu geben. Im Mittelpunkt steht dabei, junge Menschen bei der Auseinandersetzung mit ihren Interessen, Fähigkeiten und beruflichen Perspektiven zu unterstützen. Durch praxisnahe Einblicke in unterschiedliche Tätigkeitsfelder sollen realistische Vorstellungen von der Arbeitswelt entstehen und tragfähige Entscheidungen für Ausbildung oder weiterführende Bildungswege ermöglicht werden. Die Finanzierung des Programms erfolgt durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie das BIBB.
Im Jahr 2025 nahmen rund 900 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 und 8 an dem Programm teil. Die Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit 14 Kooperationsschulen aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim.
Das Berufsorientierungsprogramm war in zwei inhaltlich aufeinander abgestimmte Bausteine gegliedert. Den Einstieg bildete eine eintägige Potenzialanalyse, in der die Jugendlichen unter fachlicher Begleitung ihre persönlichen Stärken sowie berufsrelevante Kompetenzen erkunden konnten. Mithilfe unterschiedlicher Aufgabenformate und Tests wurden sowohl kognitive Fähigkeiten als auch soziale und persönliche Kompetenzen betrachtet. Anschließend schlossen sich die praxisorientierten Berufsorientierungstage (BO-Tage) an. Über einen Zeitraum von zwei Wochen erhielten die Teilnehmenden die Möglichkeit, praktische Erfahrungen in fünf verschiedenen Berufsfeldern zu sammeln. Insgesamt wurden im Jahr 2025 76 Tage mit Potenzialanalysen umgesetzt, verteilt auf acht Durchläufe, die jeweils mit zweiwöchigen BO-Tagen kombiniert waren. Die Auswahl der Berufsfelder erfolgte vorab entsprechend den individuellen Interessen der Schülerinnen und Schüler.
Die praktische Umsetzung wurde durch die Zusammenarbeit mit etwa 30 Anleitenden sowie bewährten Kooperationspartnern wie der Reholand GmbH, der Marienhausschule Meppen und der VHS Meppen getragen. An den Standorten Meppen, Lingen und Nordhorn konnte dadurch ein vielfältiges Angebot realisiert werden. Dieses umfasste unter anderem Berufsfelder aus den Bereichen Elektroinstallation, Floristik, Bau, Holz- und Zimmereiwesen, Kunststoffverarbeitung, Büro und Verwaltung, Mediengestaltung, Metalltechnik, Gastronomie, Informationstechnik, Verkauf, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Textildesign, Gesundheit und Soziales, Garten- und Landschaftsbau, Kfz-Technik, Haarpflege und Kosmetik, Recht, Schutz und Sicherheit sowie Umwelttechnik.
Nach Abschluss der BO-Tage fand für jede Schülerin und jeden Schüler ein individuelles Reflexionsgespräch statt. Lehrkräfte sowie Erziehungsberechtigte konnten auf Wunsch an diesen Gesprächen teilnehmen. Ziel war es, die gemachten Erfahrungen gemeinsam zu reflektieren, einzuordnen und mögliche nächste Schritte im weiteren Berufsorientierungsprozess zu benennen.
Die während des Programms gewonnenen praktischen Eindrücke trugen dazu bei, berufliche Interessen zu konkretisieren und eigene Vorstellungen weiter zu schärfen. Das Berufsorientierungsprogramm ist fester Bestandteil der schulischen Berufsorientierung und unterstützt insbesondere die gezielte Auswahl geeigneter Praktikumsplätze. Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmenden ein persönliches, individuelles Zertifikat.
Ab dem kommenden Durchführungsjahr werden die Potenzialanalysen nicht mehr im Rahmen des Programms durchgeführt, sondern künftig von den Schulen selbst übernommen. Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf den praxisorientierten BO-Tagen, die Jugendlichen wertvolle Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder ermöglichen und sie bei ihrer beruflichen Orientierung unterstützen.